Aktuelle Ausgabe
INGletter 13/2026 vom 07.07.2026 - Inhaltsverzeichnis
- Wahl der 9. Vertreterversammlung am 12. November 2026 – Formulare für Wahlvorschläge jetzt online verfügbar
- Zwei Leipziger Projekte erhalten Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2026
- Karriere braucht Begegnung – Ingenieurkammer auf der Messe ORTE
- Industriekultur trifft Unternehmergeist: Besuch in der schönherr.fabrik
- HOAI-Novellierung: AHO fordert zügigen Abschluss der Reform
- Bundestag beschließt umfassende Beschleunigung von Infrastrukturprojekten
- Kritik an höheren Gebühren für Energieeffizienz-Experten
- Vergabebeschleunigungsgesetz: Was ändert sich für Ingenieurbüros?
- Reformpaket für Deutschland – Licht und Schatten für Ingenieurbüros
- Musterholzbausiedlung Albinmüllerweg in Niesky – Europaweiter Wettbewerb startet
- Existenzgründung und Verkauf des Ingenieurbüros: Sprechstunde am 16.07.2026
- Seminare und Veranstaltungen
Wahl der 9. Vertreterversammlung am 12. November 2026 – Formulare für Wahlvorschläge jetzt online verfügbar
Im Rahmen des Ingenieurkammertages Sachsen findet am 12. November 2026 die Wahl der 9. Vertreterversammlung der Ingenieurkammer Sachsen statt. Das höchste Gremium der Kammer setzt sich aus 18 Beratenden Ingenieuren sowie 9 Freiwilligen Mitgliedern zusammen und bestimmt die künftige Ausrichtung der Kammerarbeit maßgeblich mit.
Die Formulare zur Einreichung eines Wahlvorschlags stehen ab sofort online zur Verfügung. Mitglieder, die für die Vertreterversammlung kandidieren und sich aktiv für die Interessen des Berufsstandes einsetzen möchten, können ihren Wahlvorschlag bis 1. Oktober 2026 bei der Geschäftsstelle einreichen.
Nutzen Sie Ihr Wahlrecht und gestalten Sie die Zukunft unserer berufsständischen Selbstverwaltung aktiv mit.
Zwei Leipziger Projekte erhalten Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2026
Am 23. Juni wurde in Dresden durch Staatsministerin Regina Kraushaar der Sächsische Staatspreis für Baukultur 2026 unter dem diesjährigen Motto “Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech” verliehen. Unser Präsident Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann war als Preisrichter Mitglied der siebenköpfigen Jury und Laudator.
Die Auszeichnung würdigt Bauprojekte, die technische Innovation, Ressourcenschonung und gestalterische Qualität in besonderer Weise verbinden. Aus 34 eingereichten Beiträgen wurden erstmals zwei Projekte gemeinsam mit dem Staatspreis ausgezeichnet: die Umnutzung einer Maschinenhalle zu Atelier- und Büroflächen in Leipzig-Connewitz sowie der Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig.
Der Wettbewerb wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung mit fachlicher Unterstützung der Architektenkammer Sachsen und der Ingenieurkammer Sachsen ausgelobt. Die prämierten Projekte zeigen, wie technologische Lösungen und einfache, ressourcenschonende Ansätze sinnvoll zusammenspielen können. Sie stehen exemplarisch für eine Baukultur, die nachhaltig, nutzerorientiert und zukunftsfähig ist.
Karriere braucht Begegnung – Ingenieurkammer auf der Messe ORTE
Bei der ORTE treffen Studierende, Alumni, Schülerinnen und Schüler sowie viele weitere Interessierte auf Unternehmen und Institutionen, die den Karriereweg mitgestalten möchten. Genau der richtige Rahmen, um zu zeigen, was der Ingenieurberuf in Sachsen und die Ingenieurkammer Sachsen zu bieten haben.
Am 24. Juni 2026 war die Ingenieurkammer Sachsen erstmals als Aussteller auf der Karrieremesse ORTE an der TU Bergakademie Freiberg präsent.
Viele junge Menschen kamen neugierig an unseren Stand, stellten Fragen und zeigten Interesse an einer Zukunft in der Ingenieurwelt. Besonders großartig, dass diese Fragen echten Praktikern gestellt werden konnten. Mitglieder unseres Fachausschusses Öffentlichkeitsarbeit fungierten als Ansprechpartner am Messestand und zeigten auf, was die Ingenieurkammer Sachsen bietet, welche Wege in das Ingenieurwesen führen, wie Studenten und Jungingenieure unterstützt werden und was es bedeutet, als Ingenieur in Sachsen tätig zu sein.
Industriekultur trifft Unternehmergeist: Besuch in der schönherr.fabrik
Die Ingenieurkammer Sachsen besuchte am 2. Juli im Rahmen eines Ingenieurtreffs die schönherr.fabrik – eines der bedeutendsten Revitalisierungsprojekte sächsischer Industriekultur. Auf dem ehemaligen Gelände der Sächsischen Webstuhlfabrik von Louis Ferdinand Schönherr arbeiten heute über 100 Unternehmen aus Industrie, Technologie, Handwerk und Kreativwirtschaft.
Geschäftsführer Steve Tietze begrüßte die Gäste, bevor Gästeführerin Karin Meisel bei einer Führung über das Areal die Geschichte des Fabrikanten und der Webstuhlfabrik vermittelte – inklusive des Brandes von 2023, der das Ende der ältesten noch bestehenden Gießerei Sachsens bedeutete. Stationen des Rundgangs waren unter anderem das Kreativhaus K40, mit seiner einfachen Sanierung und charmanten Upcycling-Details, sowie die neue Skatehalle in der ehemaligen Gießerei-Lagerhalle – ein bereits überregional bekanntes Leuchtturmprojekt für die Rollsport-Szene.
Vorstandsmitglied Ing. Nico Friedrich M. Sc. berichtete anschließend über Neuigkeiten aus der Kammer, bevor der Nachmittag im Restaurant ankh bei fachlichem Austausch ausklang.
HOAI-Novellierung: AHO fordert zügigen Abschluss der Reform
Der Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung (AHO) hat auf seiner Mitgliederversammlung im Juni 2026 den aktuellen Stand der HOAI-Reform thematisiert. Nach Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wird die Arbeit am Verordnungsentwurf fortgeführt; als Zielmarke für die Umsetzung wurde der Herbst 2026 genannt.
Aus Sicht des AHO bestehen noch Klärungsbedarfe, unter anderem bei der Harmonisierung von Begrifflichkeiten in den Leistungsbildern sowie bei der Ausgestaltung der von Prof. Stoy vorgeschlagenen Honorartafeln, gegen die Länder und Kommunen wegen befürchteter Mehrbelastungen der öffentlichen Haushalte Bedenken angemeldet haben. Gemeinsam mit BAK, BIngK und weiteren Verbänden hat der AHO Positionspapiere für die Argumentation auf Länderebene erarbeitet, die für eine zukunftsfähige Honorierung von Planungsleistungen werben.
Die Ingenieurkammer Sachsen verfolgt die weitere Entwicklung der HOAI-Novellierung und wird an dieser Stelle über neue Entwicklungen berichten.
Bundestag beschließt umfassende Beschleunigung von Infrastrukturprojekten
Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG) hat der Bundestag am 26. Juni 2026 ein Gesetzespaket verabschiedet, das Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren für zentrale Infrastrukturvorhaben deutlich beschleunigen soll. Ziel ist es, Investitionen in Verkehrswege, Wasserstraßen, Schieneninfrastruktur sowie Hochwasser- und Küstenschutz schneller umzusetzen und vorhandene Planungskapazitäten effizienter einzusetzen.
Die Bundesingenieurkammer unterstützt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz und sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um den Investitionsstau bei Straßen, Brücken, Schienen und Wasserstraßen abzubauen. Positiv bewertet sie insbesondere die geplante Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die stärkere Digitalisierung. Zugleich mahnt die Bundesingenieurkammer an, bürokratische Hemmnisse kontinuierlich abzubauen. Zudem müsse sich eine Genehmigungs- und Planungskultur in Deutschland etablieren, vorhandene Entscheidungsspielräume stärker zu nutzen.
Kritik an höheren Gebühren für Energieeffizienz-Experten
Die angekündigte Erhöhung der Gebühren für die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes stößt bei den Dachorganisation Bundesingenieurkammer, Bundesarchitektenkammer und Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH) auf deutliche Kritik. Aus ihrer Sicht steht die Entscheidung im Widerspruch zu den aktuellen Bemühungen der Bundesregierung, die energetische Modernisierung des Gebäudebestands zu beschleunigen und Investitionen in Sanierungen zu erleichtern. Zudem könnte der Verbraucherschutz leiden, den die Listenführung verfolgt. Sie fordern deshalb das Aussetzen der Beitragserhöhung und eine Überprüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium. Notwendig ist aus ihrer Sicht die Kostentransparenz, damit Kostenstrukturen und die Beitragserhöhung nachvollzierbar sind.
Vergabebeschleunigungsgesetz: Was ändert sich für Ingenieurbüros?
Mit dem am 1. Juli 2026 in Kraft getretenen Vergabebeschleunigungsgesetz will die Bundesregierung eines der größten Investitionshemmnisse in Deutschland angehen: langwierige und komplexe Vergabeverfahren. Angesichts milliardenschwerer Investitionen in Infrastruktur, Verkehr, Energie und Verteidigung soll die öffentliche Beschaffung schneller, einfacher und digitaler werden. Für Ingenieurbüros eröffnet die Reform neue Chancen, sie verändert aber auch den Wettbewerb und die Organisation öffentlicher Projekte.
Dass Handlungsbedarf besteht, war im parlamentarischen Verfahren weitgehend unstrittig. Kommunen, öffentliche Auftraggeber und Unternehmen beklagen seit Jahren hohe bürokratische Hürden, die dringend benötigte Bau- und Infrastrukturprojekte verzögern. Uneinigkeit herrschte jedoch darüber, wie weit die Vereinfachungen gehen dürfen, ohne die Grundprinzipien des Vergaberechts von Wettbewerb, Transparenz und Mittelstandsförderung zu schwächen.
Reformpaket für Deutschland – Licht und Schatten für Ingenieurbüros
Für Ingenieurbüros und die mittelständisch geprägte Bau- und Planungswirtschaft enthält das Reformpaket wichtige Ansätze zur Beschleunigung von Planungs- und Bauvorhaben. Eine zentrale Rolle spielt die geplante Ausweitung der Genehmigungsfiktion: Erteilen Behörden innerhalb von vier Monaten keine Entscheidung, soll eine Genehmigung künftig in weiteren Fällen als erteilt gelten.
Gelingt die Umsetzung gemeinsam mit den Ländern, könnten Planungsprozesse deutlich verlässlicher werden und langwierige Verwaltungsverfahren an Bedeutung verlieren. Ergänzt wird dies durch den angekündigten Abbau von Dokumentations- und Berichtspflichten sowie weitere Maßnahmen zur Entbürokratisierung. Zusätzliche Impulse könnten von der stärkeren Mobilisierung privaten Kapitals für den Wohnungsbau sowie von beschleunigten Investitionen in die Energie- und Verkehrsinfrastruktur ausgehen.
Musterholzbausiedlung Albinmüllerweg in Niesky – Europaweiter Wettbewerb startet
Niesky zählt zu den bedeutendsten historischen Standorten des industriellen Holzbaus in Europa. Die einstige Christoph & Unmack AG entwickelte sich hier bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem internationalen Vorreiter des Holzfertigbaus und prägte mit ihren Werkssiedlungen das Stadtbild bis heute. An diese außergewöhnliche Tradition knüpft die Stadt nun mit einem europaweit offenen Ideenwettbewerb für eine Musterholzbausiedlung an.
Die Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH lobt den Wettbewerb im Auftrag der Stadt Niesky aus. Gesucht werden innovative Konzepte für eine Musterholzbausiedlung, die weit über Sachsen hinaus Impulse für den modernen Holzbau setzen soll. Mit dem Projekt soll beispielhaft gezeigt werden, wie nachhaltiges, ressourcenschonendes und wirtschaftliches Bauen in Holzbauweise künftig aussehen kann.
Existenzgründung und Verkauf des Ingenieurbüros: Sprechstunde am 16.07.2026
Die nächste Sprechstunde der Ingenieurkammer Sachsen zu den Themen Existenzgründung, Unternehmensnachfolge, Unternehmensverkauf, Fördermittelberatung, Finanzierung und Kalkulation findet statt am 16.07.2026 (16.00 – 18.00 Uhr). In der Sprechstunde stehen Ihnen professionelle Berater mit langjährigen betriebswirtschaftlichen Erfahrungen für ein Erstgespräch zur Verfügung. Diese Beratung ist für Kammermitglieder kostenfrei. Bei Interesse melden Sie sich bitte an unter 0351 43833-71 oder post@ing-sn.de.
Seminare
31.08.2026 bis 02.09.2026 (Dresden)Seminar – QGIS Aufbaukurs
04.09.2026 (online)
Webinar – Lüftung von Büros und Versammlungsräumen – richtig planen
08.09.2026 (Dresden)
Seminar – Schäden an Bauwerken durch eindringende und aufsteigende Feuchtigkeit
15.09.2026 (Dresden)
Seminar – BBQ-Klassen nach der aktuellen DIN 1045 ff. für die Nutzung bei Ingenieurbauwerken
16.09.2026 (Dresden)
Seminar – Gesunde Führung: Selbstführung & starkes Miteinander
29.10.2026 (Dresden)
Seminar – Grundlagen der Kampfmittelbeseitigung für Ingenieure
Veranstaltungen
01.09.2026 bis 02.09.2026 (Gießen)BIM-Kongress Infrastruktur digital planen und bauen 4.0
08.10.2026 (Potsdam)
Prüfsachverständigentag der BBIK
Weitere Seminare und Veranstaltungen finden Sie unter www.ing-sn.de/kalender.
Ihr Ansprechpartner in der Geschäftsstelle
Dipl.-Ing. Annett Dörfel
Referentin Administration und Kommunikation
0351 43833-66
doerfel@ing-sn.de