0351 43833-60 post@ing-sn.de
Select Page

Pressemitteilungen

11. April 2022

BERLINER ERKLÄRUNG der 69. Bundesingenieurkammerversammlung

Bundesweit einheitliche Berufsausübung von Ingenieurinnen und Ingenieuren ermöglichen!

Wir Ingenieurinnen und Ingenieure sind Innovationstreiber und verantwortungsvoll Gestaltende einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Bau- und Technikkultur. Die Herausforderungen, die die Politik und die Öffentlichkeit an uns stellen, sind wir bereit anzunehmen und zu bewältigen.

Für die qualitätvolle Leistungserbringung brauchen Ingenieurinnen und Ingenieure jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. Daher fordern wir:

  • die Schaffung von bundesweit einheitlichen Voraussetzungen für die Berufsausübung von Ingenieurinnen und Ingenieuren!
  • die Gewährleistung der gegenseitigen Anerkennung von nachgewiesenen Qualifikationen!
  • die Sicherstellung der Qualität der Planungsleistungen durch ein Berufsausübungsrecht für sicherheitsrelevante Ingenieurleistungen!

Berlin, April 2022

“Berliner Erklärung” als PDF

28. März 2022
Schülerwettbewerb Junior.ING

Sachsens Landessieger feiern in der Vogtland Arena

Die Ingenieurkammer Sachsen verzeichnete für die vierte Auflage des Schülerwettbewerbs Junior.ING einen Teilnehmerrekord von knapp 120 beteiligten Schülerinnen und Schülern aus ganz Sachsen trotz eines weiteren Pandemie-Schuljahrs. Unter dem Motto „IdeenSpringen“ galt es, das Modell einer Skisprungschanze zu entwerfen und zu konstruieren.

Insgesamt konnten 57 der 87 angemeldeten Modelle fertiggestellt und eingereicht werden. Diese wurden in zwei Alterskategorien von zwei Juryteams, bestehend aus Mitgliedern der Ingenieurkammer Sachsen, bewertet. Für die Zwischenlagerung der Modelle und die Durchführung der Jurysitzung am 16. März stellten die Technischen Sammlungen Dresden geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung.

Höhepunkt des Wettbewerbs war die Landespreisverleihung mit rund 100 Teilnehmenden am 25. März in der Vogtland Arena in Klingenthal. Nach der Begrüßung durch Dr.-Ing. Siegfried Schlott, selbst Klingenthaler und Vizepräsident der Ingenieurkammer Sachsen, richteten Ralf Berger, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung (LASuB) sowie Sören Voigt, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, ein Grußwort an die Teilnehmenden. Es folgte eine Filmdokumentation über den Bau der Vogtland Arena mit Kommentaren des damaligen Bauleiters Dipl.-Ing. Rüdiger Schunk, der sich ebenfalls unter den geladenen Gästen fand und als echter Schanzen-Experte Teil der Jury war.

Die Vizepräsidentin der Ingenieurkammer Sachsen, Dipl.-Ing. Claudia Fugmann, gab die Gewinner des Wettbewerbs bekannt. In der Alterskategorie I (bis Klasse 8) konnte sich das Modell „Klotzschejump“ (Dresden) durchsetzen. Maßgebend für den Sieg sei die Einzig­artigkeit der Konstruktion, die an eine Hängebrücke erinnere, führte Jurymitglied Dipl.-Ing. (BA) Holger Schunk in seiner Laudatio aus. Das Modell „Schanze X“ (Dresden) belegte den 1. Platz der Alterskategorie II (ab Klasse 9). Jurymitglied Dipl.-Ing. Rüdiger Schunk betonte in seiner Laudatio die harmonische Verbindung zwischen Architektur und Tragwerk.  Es wurden die jeweils fünf besten Modelle jeder Alterskategorie ausgezeichnet.

Darüber hinaus vergab die Stiftung „Sachsen . Land der Ingenieure“ je einen Sonderpreis an die Modelle „Klotzschejump“ (Dresden) und „Der Traum vom Fliegen!“ (Radebeul). Das Modell „Fanzy2.0“ (Heidenau) wurde ebenfalls mit einem Sonderpreis, gestiftet von Ralf M. Höhler aus Zwenkau, ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Preisverleihung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Modelle der Mitbewerber zu begutachten, aber auch die „echte“ Schanze in der Vogtland Arena zu besichtigen. Für die beiden erstplatzierten Teams folgt nun der Bundesentscheid, wo sie sich mit den Gewinnern der 14 weiteren teilnehmenden Länderkammern messen werden. Die Preisverleihung der Bundesingenieurkammer findet am 17. Juni im Technikmuseum in Berlin statt.

Pressemitteilung als PDF

17. März 2022
Fortbildung zum Qualifizierten Vergabeberater (BIngK)

Länderingenieurkammern kooperieren

Die Länderingenieurkammern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen bieten künftig eine Fortbildung und Qualifikation zum „Qualifizierten Vergabeberater (BIngK)“ an. Alle Träger dieser geschützten Marke werden von der Bundesingenieurkammer (BIngK) in einer gemeinsamen Liste geführt. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben die Präsidentinnen und Präsidenten der beteiligten Länderingenieurkammern am 15. März dieses Jahres unterzeichnet.

„Für die länderübergreifende Zusammenarbeit der Ingenieurinnen und Ingenieure sind die abge­stimmte Fortbildung und Führung einer Liste nach einheitlichen Standards ein Meilenstein. Mit vereinten Kräften können wir uns nun für mehr Praxisnähe bei öffentlichen Vergabeverfahren einsetzen“, kommentiert der Präsident der Bundesingenieurkammer, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, die Kooperationsvereinbarung.

Vergaberecht hat an Bedeutung gewonnen

Im Bauwesen hat das Vergaberecht in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung gewonnen. Auftraggeber fragen in den Länderkammern bewusst nach der entsprechenden Qualifikation. „Öffentliche Vergaben von Ingenieurleistungen kranken oftmals an unsachgemäßen und überzogenen Anforderungen, die den Prozess für alle Beteiligten erschweren. Als qualifizierte Vergabeberater können wir Ingenieure hier einen wichtigen Beitrag zu mehr Qualität und Effizienz leisten“, betont Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen.

Praxisgerechte Ausschreibung

Die Liste qualifizierter Vergabeberater soll es Auftraggebern ermöglichen, geeignete Berater zu finden, die sie bei der Vorbereitung und Durchführung der Vergabe von Planungs­leistungen unterstützen. Durch die dann praxisgerechte Ausschreibung wird ein größerer Kreis qualifizierter Personen angesprochen, was dem Auftraggeber wieder zugutekommt. Aktuell zeigen Rückmeldungen aus der Praxis, dass sich bei Projekten nur noch wenige geeignete Ingenieure und deren Büros überhaupt bewerben. Grund hierfür sind aus Sicht der Planer häufig kaum mehr erfüllbare und auch nicht sinnvolle Anforderungen in Vergabe­verfahren.

Fortlaufenden Weiterbildungspflicht

Die Qualifikation und das Recht zur Eintragung in die entsprechende Liste erwirbt, wer als Mitglied einer Ingenieurkammer Praxiserfahrung in Vergabeverfahren nachweist und erfolgreich an einem Lehrgang teilnimmt, der von einer Länderkammer angeboten wird. Der Lehrgang vermittelt Fachkenntnisse für praxisgerechte Vergabeverfahren von Planungs­leistungen. Die Absolventen unterliegen dabei als Kammermitglieder einer fortlaufenden Weiterbildungspflicht. Kosten und Inhalte des Lehrgangs sind in allen beteiligten Bundes­ländern gleich. Der Lehrgang umfasst 18 Zeitstunden und schließt mit einer Prüfung ab. Bei nicht bestandener Prüfung kann diese auch ohne erneuten Besuch des Lehrgangs auf Antrag wiederholt werden.

Listeneintragung für Mitglieder von Ingenieurkammern

Während an dem Lehrgang auch Nicht-Mitglieder von Baukammern teilnehmen können, ist die Eintragung in die Liste „Qualifizierter Vergabeberater (BIngK)“ allein Mitgliedern einer Ingenieurkammer vorbehalten. Architekten, die an dem Lehrgang erfolgreich teilgenommen haben, können sich über eine zusätzliche Mitgliedschaft in einer Ingenieurkammer ebenfalls in die Liste eintragen lassen.

Pressemitteilung als PDF

15. Februar 2022

Architekten- und Ingenieurkammer Sachsen lehnen Kleine Bauvorlageberechtigung strikt ab

Groß war die Erleichterung im letzten Jahr darüber, dass die Anregung zur Einführung der sog. Kleinen Bauvorlageberechtigung nicht im aktuellen Entwurf zur Änderung der Sächsischen Bauordnung berücksichtigt wurde. Der Entwurf wurde mittlerweile mit wenigen Änderungen vom Kabinett gebilligt, die Beratung und Verabschiedung im Sächsischen Landtag steht aber noch aus.

Seit Beginn dieses Jahres gewinnt das Thema leider wieder an Brisanz. Durch massiven Druck einzelner Akteure des Sächsischen Handwerks wird versucht, die Kleine Bauvorlage-berechtigung nun doch noch über einen Änderungsantrag der CDU-Fraktion in das laufende Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Die Architekten- und Ingenieurkammer Sachsen sprachen sich bei einem Expertengespräch (Sachverständigenanhörung) auf Einladung der CDU-Fraktion am 2. Februar 2022 gemeinsam für die Beibehaltung der aktuellen Regelung des § 65 Abs. 2 SächsBO aus und lehnten die Einführung der Kleinen Bauvorlage-berechtigung strikt ab.

Als Gründe wurden u.a. (1) die fehlende Gleichartigkeit der Ausbildungen, (2) die erforderliche fachliche Kompetenz durch die zunehmende Komplexität im Planen und Bauen, (3) die im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutz stehende Leistungserbringung frei von eigenen Ausführungsinteressen sowie (4) die Entlastung der Bauaufsichtsämter einhergehend mit einer bewussten Verlagerung der Verantwortlichkeiten auf die Entwurfsverfasser angeführt. Nicht zuletzt sprechen die mit der Reglementierung unserer Berufsstände einhergehende Sanktionierung der Fortbildungspflicht und die Pflicht zur Unterhaltung eine Berufshaftpflichtversicherung im Sinne des Verbraucherschutzes für die Beibehaltung der aktuellen Regelungen. Die Musterbauordnung sieht ebenfalls keine Kleine Bauvorlageberechtigung vor, sondern setzt auf klar definierte Qualifikationsanforderungen und ein modernes Bauordnungsrecht.

Indes sieht das Handwerk unter Verweis auf entsprechende Regelungen in neun anderen Bundesländern keine sachlichen Gründe, die gegen die Einführung einer Kleinen Bauvorlageberechtigung sprechen und bezieht sich auf allgemeine Aspekte des Bürokratie-abbaus, Preisentwicklung am Bau, Wettbewerbsungleichgewicht und Fachkräftemangel etc.

Der Ausgang des parlamentarischen Verfahrens ist zum jetzigen Zeitpunkt offen; die Vertreter der Architekten- und Ingenieurkammer Sachsen werden sich jedoch weiter i.S. unserer Berufsstände vehement für die Beibehaltung der jetzigen Regelung in § 65 Abs. 2 SächsBO einsetzen und der Kleinen Bauvorlageberechtigung eine klare Absage erteilen. Die Entscheidung obliegt dem Gesetzgeber und wird zeigen, wer unsere Interessen vertritt und die wichtige Rolle der Freien Berufe, deren Stärkung auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung vorgesehen ist, anerkennt.

Pressemitteilung als PDF

4. Januar 2022

Schalter umlegen – Investitionsoffensive 2022 in die Straßeninfrastruktur

Der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) und die Ingenieurkammer Sachsen fordern den Freistaat Sachsen auf, mehr in die Straßeninfrastruktur zu investieren. Die Mittel für die Ertüchtigung und Sanierung der Straßen und Brücken sollten deutlich aufgestockt werden und für den kommunalen Straßen- und Brückenbau in größerem Umfang als bislang pauschaliert werden. Die finanziellen Spielräume für das Land sind nach den jüngsten Prognosen der Novembersteuerschätzung 2021 vorhanden.

Sachsens Kommunen und Ingenieure sehen mit Sorge, dass der Erhaltungszustand der Straßen und Brücken bestenfalls stagniert und für die Zukunft eine zu-nehmende Verschlechterung zu erwarten ist. Der auch Corona-bedingte Investitionsstau wurde zuletzt durch den massiven Anstieg der Baupreise verstärkt. „Der Freistaat muss sich bereits für das Jahr 2022 deutlich größere Spielräume erschließen. Die Erhaltung und Verbesserung der Straßeninfrastruktur ist wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung im Freistaat Sachsen. Die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages, in Sachsens Zukunft zu investieren und den Sanierungsstau insbesondere in den ländlichen Regionen abzubauen, können nur dann erfüllt werden, wenn die entsprechenden Mittel bereitgestellt werden und das Land ein klares Konzept hat. Wir haben vor einem halben Jahr Vorschläge unterbreitet, wie die künftige Förderung des kommunalen Straßen- und Brückenbaues aussehen sollte. Es ist jetzt Zeit für den Freistaat, den Schalter umzulegen und zusätzliche Investitionszuweisungen für den kommunalen Straßenbau auszulösen“, so Ralf Leimkühler, stellvertretender Geschäftsführer des SSG.

„Die Förderung des kommunalen Straßenbaues braucht einen Neustart, der mehr statt weniger kommunalen Straßen- und Brückenbau ermöglicht. Anderenfalls wird sich der Zustand der kommunalen Infrastruktur weiter verschlechtern. Außerdem wird damit die Lage der sächsischen Ingenieure und der Bauwirtschaft geschwächt. Für die Kommunen ist ein Stillstand zu befürchten. Das ist in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Entwicklung ohnehin instabil ist, genau das falsche Signal“, kritisiert Nils Koschtial, Geschäftsführer der Ingenieurkammer Sachsen die derzeitige Haltung des Landes. „Dies gilt gleichermaßen für die Staatsstraßen. Die Mehreinnahmen des Landes sollten auch dazu genutzt werden, die notwendigen Investitionsmittel aufzustocken. Wenn der Freistaat jetzt nicht die nötigen Zukunftsinvestitionen tätigen kann, werden die Folgekosten ungleich höher sein.“

Hintergrund:

Entsprechend der Steuerschätzung vom November 2021 liegen die Einnahmeerwartungen ab dem Jahr 2022 über dem vor Ausbruch der Corona-Pandemie erwarteten Niveau und 859 Millionen Euro bzw. 1.005 Millionen Euro (Jahr 2021 bzw. 2022) über den Ergebnissen der Steuerschätzung vom Mai 2021. Für 2023 und 2024 liegen die geschätzten Mehreinnahmen des Landes bei insgesamt 1.325 Millionen Euro.

Im Koalitionsvertrag heißt es unter anderem:

„Wir wollen gemeinsam mit den Kommunen die Beantragung, Bewilligung und Ausreichung der Mittel im kommunalen Straßenbau anwendungsorientierter gestalten und dazu auch die pauschalen Anteile erhöhen. Den Finanzrahmen wollen wir erweitern und ihn in Zukunft überjährig zur Verfügung stellen. Kommunale Straßenbaumaßnahmen im besonderen Landesinteresse wie große Brückenbauwerke sollen weiter über die Richtlinie Kommunaler Straßen- und Brückenbau umgesetzt werden können.“

Der SSG hat in seinen Gremien bereits im Juli 2021 ein Eckpunktepapier beschlossen, das konkrete Vorschläge zur Umsetzung dieser Ziele ab 2023 enthält. Danach sollen nur noch bestimmte herausgehobene kommunale Maßnahmen wie beispielsweise Brücken- und Ingenieurbauwerke oder Gemeinschaftsmaßnahmen mit dem Land weiterhin zentral bewilligt werden. Alle anderen Maßnahmen sollen künf-tig über eine feststehende Straßenbaupauschale finanziert werden, die den Städten, Gemeinden und Landkreisen jedes Jahr ausgezahlt wird. Der SSG hatte sich für ein jährlich über den Staatshaushalt zu finanzierendes Niveau der kommunalen Straßenbauförderung von mindestens 140 Millionen Euro ausgesprochen.

Pressemitteilung als PDF

3. November 2021

Ingenieurkammern aus NRW und Sachsen vereinbaren enge Zusammenarbeit

Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe


Die Ingenieurkammer-Bau NRW und die Ingenieurkammer Sachsen arbeiten bei der Bewältigung der Flutkatastrophe vom Juli dieses Jahres künftig noch enger zusammen. Heute, am 3. November, unterzeichneten die Präsidenten der Kammern, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp (NRW) und Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann (Sachsen), in Münster eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Beide Länderingenieurkammern unterstützen mit vereinten Kräften den Wiederaufbau.

Die Kammerpräsidenten vereinbarten ein enges Zusammenwirken ihrer Gremien und Geschäftsstellen und werden gemeinsame Strukturen und Formate errichten, die den angestrebten Austausch gewährleisten. Ebenfalls vor Ort war der Landesbeauftragte für den Wiederaufbau, Dr. Fritz Jaeckel, der die Zusammenarbeit initiiert hatte. Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen in Münster, ist Beauftragter der Landesregierung für den Wiederaufbau. Seine Aufgabe ist es, in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen Strukturen zur Schadensregulierung der geschädigten kommunalen Infrastruktur, des privaten und öffentlichen Wohnungsbereichs sowie der gewerblichen Wirtschaft zu schaffen.

Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW: „Es ist den Ingenieurinnen und Ingenieuren ein besonderes Anliegen, ihre Qualifikationen in den Dienst der von der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen betroffenen Menschen zu stellen. Dass wir dabei Hand in Hand und im engen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen vorgehen, die über die Erfahrung zweier Flutkatastrophen verfügen, ist für uns alle ein Gewinn und ein Zeichen kollegialer Verbundenheit.“

Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen: „Die Elbhochwasser in den Jahren 2002 und 2013 stellten die sächsische Gesellschaft vor große Herausforderungen. Leidvolle Erfahrungen des ersten Ereignisses führten zu angepassten Prozessen und Systemen, die sich bei der zweiten Flut bewährt haben. Sie waren also nicht vergeblich. Wenn diese erprobten Konzepte nun auch an anderer Stelle helfen können, dann gilt dies umso mehr. Auf den Anlass hätten wir allzu gern verzichtet. Dennoch ist es uns eine Freude wie auch eine Selbstverständlichkeit, hier ein Zeichen länderübergreifender Solidarität setzen zu dürfen.“

Dr. Fritz Jaeckel, Beauftragter der NRW-Landesregierung für den Wiederaufbau: „Aufgrund des Schadensbildes in NRW ist die sachkundige Expertise durch wiederaufbauerfahrene Ingenieure aus Sachsen eine sehr willkommene Unterstützung. Deshalb freue ich mich, dass die Anregung aufgegriffen und auch in einer formalen Kooperationsvereinbarung bekräftigt wurde.“

Unmittelbar nach der Hochwasserkatastrophe übermittelte die Ingenieurkammer-Bau NRW dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) eine umfangreiche Liste mit qualifizierten Tragwerksplanern, die sich zur freiwilligen Hilfe in den Flutgebieten gemeldet hatten. Mit Blick auf die praktische Ausgestaltung des Bewilligungsverfahrens von Wiederaufbauhilfen hatte sich die Landesregierung auch an die Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen gewandt und um die Bereitstellung geeigneter Sachverständiger sowie die Entwicklung eines einheitlichen Verfahrens für die Schadenserhebung und die Bemessung von Instand- oder Wiedererrichtungskosten gebeten.

Bereits über diese Punkte gab es einen intensiven Informationsaustausch mit der Ingenieurkammer Sachsen. Die Ingenieurkammer Sachsen verfügt aufgrund ihrer Beteiligung an der Bewältigung der Elbhochwasserkatastrophen von 2002 und 2013 und deren Folgen über weitreichende Erfahrungen und ein breites Wissen bezüglich der Bereitstellung von Sachverständigen sowie bei Fragen der Erhebungsmethodik als Voraussetzung für eine Schadensregulierung und den Wiederaufbau aus öffentlichen Mitteln. Darüber hinaus verfügen viele Ingenieurinnen und Ingenieure in Sachsen über wertvolle Erfahrungen und ein hohes Fachwissen auf den Themenfeldern baulicher Hochwasserschutz, Hochwasserprävention und Wiederaufbau-Projektmanagement.

Künftig wollen beide Kammern den Austausch insbesondere über folgende Themen intensivieren und institutionalisieren:

  • Maßnahmen, um Schäden an Gebäuden zu erfassen und abzuschätzen und Wiederaufbaukosten zu beziffern.
  • Erfahrungs- und Informationsaustausch zur resilienten Wiederherstellung von Gebäude- und Infrastrukturen in hochwassergefährdeten, topografisch anspruchsvollen Lagen anhand von Best-Practice-Beispielen
  • Langfristiger Erfahrungsaustausch im Bereich der ingenieurtechnischen Hochwasserprävention
  • Erfahrungsaustausch (entlang von Best-Practice-Beispielen) über die Projektsteuerung im öffentlichen Auftrag bei der Wiederherstellung der vom Hochwasser beeinträchtigten oder zerstörten kommunalen Infrastrukturen
  • Vermittlung von Unterstützung für kammerangehörige NRW-Ingenieurbüros, die in den Hochwassergebieten tätig sind durch entsprechend erfahrener, kammer­angehöriger Ingenieurbüros aus Sachsen.

Pressemitteilung als PDF

13. September 2021

Hoch hinaus!? Neuer Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern gestartet

Schirmherrschaft übernimmt Sächsischer Kultusminister Christian Piwarz

Am 10. September 2021 startete der Schülerwettbewerb Junior.ING in eine neue Runde. Unter dem Motto „IdeenSpringen“ rufen bundesweit 15 Ingenieurkammern Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen auf, wenn es heißt: Wer plant und baut die beste Skisprungschanze? Die Konstruktion muss ein Gewicht von mindestens 500 g an der Startfläche der Anlaufbahn tragen können. Bei der Gestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

„Ich freue mich, wenn sich der Wettbewerb an sächsischen Schulen etabliert und so ingenieur-technische Talente entdeckt und gefördert werden.“, so der Sächsische Kultusminister und Schirmherr des sächsischen Landeswettbewerbs, Christian Piwarz. Im Juni 2021 wurde der Bundeswettbewerb Junior.ING in die Liste der von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerbe aufgenommen.

Zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern allgemein- und berufsbildender Schulen. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in zwei Alterskategorien: Kategorie I bis Klasse 8 sowie Kategorie II ab Klasse 9. In einem ersten Schritt lobt die Ingenieurkammer Sachsen den Wettbewerb auf Landesebene aus. Die beiden sächsischen Siegermodelle qualifizieren sich dann für den Bundesentscheid und können sich auf das große Finale im Deutschen Technikmuseum in Berlin freuen. Darüber hinaus vergibt die Deutsche Bahn erneut einen Sonderpreis für ein besonders innovatives Projekt.

Anmeldeschluss ist der 30. November 2021. Die fertigen Modelle müssen bis zum 4. März 2022 bei der Ingenieurkammer Sachsen eingereicht werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website Junior.ING

Pressemitteilung als PDF

23. Juli 2021

Große Neuigkeiten auf dem Jahresempfang an der Göltzschtalbrücke

„Historisches Denkmal der Ingenieurbaukunst“ auf dem Weg zum Weltkulturerbe-Titel


Auf dem Jahresempfang der Städte Reichenbach im Vogtland und Netzschkau am 15. Juli 2021 gab Ministerpräsident Michael Kretschmer das Ergebnis der Expertenkommission bekannt: „Die Göltzschtalbrücke wird es!“. Damit steht die größte Ziegelsteinbrücke der Welt auf Platz 1 der Empfehlungen des Freistaates Sachsen als Anwärter auf den Titel „UNESCO-Weltkulturerbe“.

Diese Entscheidung befürwortet auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der gemeinsam mit seinem sächsischen Amtskollegen auf der Bühne vor der Göltzschtalbrücke die Neuigkeit verkündete.

Als Initiatorin konnte die Stadt Reichenbach zahlreiche Unterstützer für die Bewerbung gewinnen. So haben sich auch die Ingenieurkammer Sachsen, die Bundesingenieurkammer und die Stiftung „Sachsen . Land der Ingenieure“ mit Unterstützerschreiben für die Göltzschtalbrücke eingesetzt. Während der Veranstaltung hatte Dr. Hans-Jörg Temann als Präsident der Ingenieurkammer Sachsen die Gelegenheit, sich persönlich bei den Ministerpräsidenten Kretschmer und Ramelow für die Unterstützung der Bewerbung zum Weltkulturerbe-Titel zu bedanken. Dabei betonte er noch einmal den großen symbolischen Wert der Göltzschtalbrücke für uns Ingenieure. Als eines der ersten “Historischen Denkmäler der Ingenieurbaukunst” stehe sie wie kaum ein anderes Bauwerk für deren Leistungsfähigkeit, Kompetenz und Weitsicht.

Bis die Bewerbung tatsächlich bei der UNESCO vorgelegt wird, dauert es allerdings noch. Die Entscheidung darüber fällt die Kultusministerkonferenz erst 2023. Präsident Dr. Temann sicherte Reichenbachs Bürgermeister Raphael Kürzinger weiterhin tatkräftige Unterstützung seitens der Ingenieurkammer Sachsen zu.

1. Februar 2021

Ingenieurkammer Sachsen hat gewählt

Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann neuer Präsident

Die Vertreterversammlung der Ingenieurkammer Sachsen hat ihren bisherigen Vizepräsidenten, Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, einstimmig zum Präsidenten gewählt. Die Neuwahl wurde notwendig, weil Vorgänger Prof. Hubertus Milke Anfang Oktober aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten war. Sie fand am Mittwoch, den 27. Januar 2021 unter Einhaltung strengster Abstands- und Hygieneregeln in Halle 3 der Messe Dresden statt.

Dr. Temann hatte bisher die Funktion eines von zwei Vizepräsidenten der Ingenieurkammer inne. Durch seine Wahl wurde auch hier eine Neubesetzung nötig. Mit Dipl.-Ing. Claudia Fugmann aus Falkenstein haben die anwesenden Vertreter eine erfahrene und engagierte Ingenieurin und Unternehmerin ebenfalls einstimmig zur Vizepräsidentin gewählt. Damit ist der Vorstand der Ingenieurkammer Sachsen wieder vollständig.

In seiner Dankesrede skizzierte Dr. Temann die strategischen Herausforderungen für den Berufs-stand und rief die Ingenieure auf, sich diesen aktiv zu stellen: “Die Prinzipien der Freiberuflichkeit gilt es gegen weitere Angriffe zu verteidigen. Ebenso muss der schleichenden Erosion der mittelständischen Ingenieurlandschaft als eine der tragenden Säulen der Wirtschaft, Einhalt geboten werden.” Einen dritten wichtigen Schwerpunkt der längerfristigen Perspektive sieht Dr. Temann in der Gewinnung von Nachwuchs für den Berufsstand. Auf kurz- und mittelfristige Sicht legt Dr. Temann den Fokus klar auf die Existenzsicherung der Mitglieder. “Die Corona-Krise wirkt verstärkt auf einen sich bereits vorher abzeichnenden Trend rückläufiger öffentlicher Investitionen. Dem muss die Kammer nach Kräften entgegenwirken.”, so der neu gewählte Kammerpräsident.

Kurzvita

Der 53-jährige Dr. Temann führt gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Dipl.-Ing. Benno Schöpe die Leipziger Temann + Schöpe Beratende Ingenieure GbR, ein Planungsbüro für Siedlungswasserwirtschaft sowie Straßen- und Tiefbau. Nach seinem Abschluss als Tiefbauingenieur an der Ingenieurschule für Bauwesen Gotha im Jahr 1990 war Temann in verschieden Büros als Planungsingenieur tätig, später auch in leitender Position. Der Schritt in die Selbstständigkeit erfolgte 1999. Seit dem Jahr 2000 ist er Beratender Ingenieur und Mitglied der Ingenieurkammer Sachsen. Ein 2002 an der Bauhaus-Universität begonnenes Studium im Bereich Siedlungswasserwirtschaft führte berufsbegleitend zunächst zum Masterabschluss (2006) und schließlich zur Promotion (2014).

In der Ingenieurkammer Sachsen engagiert sich Dr. Temann seit 2014, zunächst als Mitglied der Vertreterversammlung sowie im Öffentlichkeitsausschuss, seit Januar 2019 im Vorstand als Vizepräsident. Darüber hinaus vertritt er seit 2016 die sächsischen Ingenieure im Verwaltungsrat des Versorgungswerkes bei der Bayerischen Versorgungskammer. Dr. Temann lebt in Leipzig, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Download Pressefoto

22. Dezember 2020

Ministerpräsident regt Vergabekonferenz an

Vertreter der Ingenieurkammer Sachsen zum Gespräch in der Sächsischen Staatskanzlei

Mehr Qualität und Leistung statt einseitiger Fixierung auf den Preis – nicht nur in diesem Punkt bestand Einigkeit in der Staatskanzlei, wo Ministerpräsident Michael Kretschmer am 10. Dezember im Beisein von Staatsminister Thomas Schmidt drei Spitzenvertreter unserer Kammer empfing. Vizepräsident Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, Vorstandmitglied Dipl.-Ing. Wolfgang Heide und Geschäftsführer RA Nils Koschtial hatten eine ganze Reihe weiterer Themen im Gepäck, die den sächsischen Ingenieuren unter den Nägeln brennen.

Jenseits aktueller Corona-bedingter Entwicklungen lag das wichtigste dieser Themen im langfristigen Erhalt bewährter mittelständischer Strukturen der sächsischen Ingenieurlandschaft. Sei es das Erfordernis auskömmlicher Honorare, der Nutzen einer mittelstandfreundlichen Vergabepraxis, die Chancen des Strukturwandels in den Braunkohlegebieten oder die dringende Notwendigkeit von Investitionen in die öffentlichen Infrastrukturen des Freistaates – von den Kammervertretern wurde die existenzielle Bedeutung dieser Fragen, sowohl für unsere Ingenieurbüros als auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats insgesamt, immer wieder hervorgehoben.

„Es muss Qualität ausgeschrieben werden.“ Mit dieser Aussage unterstützt der Ministerpräsident die Forderung der Ingenieurkammer, bei öffentlichen Vergaben auf Leistung, statt auf Preisdumping zu setzen. Sein Vorschlag eines Vergabe-Kolloquiums unter Beteiligung der drei Staatministerien SMWA, SMF und SMEKUL sowie der planenden Berufe trifft bei den Vertretern der Ingenieurkammer auf größtes Interesse.
Ebenfalls in den Kontext der Existenzsicherung fällt die derzeit laufende Evaluation des Sächsischen Vermessungswesens. Bestrebungen einzelner Akteure in Richtung einer Kommunalisierung von Teilen von Aufgaben der ÖbvI tritt die Ingenieurkammer entschieden entgegen. Sie sieht sich hier auf einer Linie mit Ministerpräsident Kretschmer sowie Staatsminister Schmidt, die es auf den Punkt bringen: „Der öffentlich bestellte Vermessungsingenieur (ÖbVI) darf nicht Geschichte sein! Bewährte Strukturen sollten erhalten bleiben!“

Thematisiert wurde außerdem das notwendige Voranschreiten der Digitalisierung. Den Erfolgsgeschichten der letzten Jahre, wie beispielsweise der Freigabe von Geodaten für die allgemeine Nutzung, sollten weitere folgen. Speziell für den Bereich der Bauverwaltung sieht die Ingenieurkammer große Potenziale digitaler Technologien und Ressourcen, wobei einheitlichen und umfassenden Ansätzen – Stichwort „offener Datenraum“ – der Vorzug gegenüber kleinteiligen Insellösungen gegeben werden muss. Ministerpräsident Kretschmer sieht das ähnlich und sagte zu, sich für ein hohes Maß an Einheitlichkeit bei den digitalen Lösungen einsetzen.

Die von Vizepräsident Dr. Temann ausgesprochene Einladung zum Ingenieurkammertag am 19. Mai 2021 in Chemnitz nahm Ministerpräsident Kretschmer mit den Worten an: „Ich komme gern, wenn ich es mir einrichten kann – als Ingenieur komme ich zur Ingenieurkammer!“ Darüber hinaus bekundete er sein großes Interesse an der Fortsetzung des traditionellen Wackerbarth-Forums. Mit diesen klaren Bekenntnissen unseres Ministerpräsidenten zu unserem Berufsstand und der Erwartung von neuen Impulsen seitens der Ingenieurkammer fand die sehr informative und konstruktive Gesprächsrunde ihren Abschluss.

Pressemitteilung als PDF (179 KB)

Ihr Ansprechpartner in der Geschäftsstelle

Miriam von Keutz B.Sc.
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

0351 43833-74
vonkeutz@ing-sn.de